Mathematik: Quadratische Funktionen und Gleichungen: Unterschied zwischen den Versionen
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== Quadratische Gleichungen == | == Quadratische Gleichungen == | ||
=== Definition === | === Definition === | ||
Quadratische Gleichungen sind '''Polynome 2. Grades''', d. h. sie beinhalten ein x² (und keine höhere Potenz von x) im Polynom. Die allgemeine Form einer quadratischen Gleichung lautet: | Quadratische Gleichungen sind '''Polynome 2. Grades''', d. h. sie beinhalten ein x² (und keine höhere Potenz von x) im Polynom. Die allgemeine Form einer quadratischen Gleichung lautet: ax² + bx + c = 0 mit a, b, c ∈ R. Es können zwei, eine doppelte oder keine reelle Lösung geben. | ||
=== Einfache quadratische Gleichungen === | === Einfache quadratische Gleichungen === | ||
==== x² + c = 0 ==== | ==== x² + c = 0 ==== | ||
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Lösungen dieser Gleichung können so aussehen: | Lösungen dieser Gleichung können so aussehen: | ||
* Ist <code>'''c < 0'''</code>, so ist es möglich, die Wurzel aus -c zu ziehen, also gibt es zwei Lösungen, nämlich x<sub>1</sub> = √-c und x<sub>2</sub> = -√-c. | |||
* Ist <code>'''c = 0'''</code>, so ist die Wurzel aus -c gleich 0 und es entsteht die doppelte Lösung x = 0. | |||
* Ist <code>'''c > 0'''</code>, so ist es im Reellen nicht möglich, die Wurzel aus -c zu ziehen, also gibt es keine reelle Lösung (aber zwei ''komplexe'', muss man nicht kennen). | |||
==== (x - d)² = -e ==== | ==== (x - d)² = -e ==== | ||
Diese Gleichung lässt sich durch Wurzelziehen (wodurch vor der Wurzel ein Plus-Minus-Zeichen kommt) und Addieren von d lösen. Es entscheidet wieder der Parameter e über die Lösungsart. | Diese Gleichung lässt sich durch Wurzelziehen (wodurch vor der Wurzel ein Plus-Minus-Zeichen kommt) und Addieren von d lösen. Es entscheidet wieder der Parameter e über die Lösungsart. | ||
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x = b | x = b | ||
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Somit sind die beiden Lösungen dieser Gleichung x<sub>1</sub> = a und x<sub>2</sub> = b. < | Somit sind die beiden Lösungen dieser Gleichung x<sub>1</sub> = a und x<sub>2</sub> = b. <br> | ||
Übrigens: Der Satz vom Nullprodukt ist anwendbar für alle Funktionen der Form (x - a<sub>1</sub>)(x - a<sub>2</sub>)(x - a<sub>3</sub>) ⋅ ... ⋅ (x - a<sub>n</sub>) = 0 | Übrigens: Der Satz vom Nullprodukt ist anwendbar für alle Funktionen der Form (x - a<sub>1</sub>)(x - a<sub>2</sub>)(x - a<sub>3</sub>) ⋅ ... ⋅ (x - a<sub>n</sub>) = 0 | ||
=== Allgemeine Lösungsformeln für quadratische Funktionen === | |||
==== pq-Formel ==== | |||
Für dieśe Lösungsformel benutze ich die allgemeine quadratische Gleichung <code>x² + px + q = 0</code> | |||
Diese lautet: <code>x<sub>1;2</sub> = -p/2 ± sqrt((p/2)² - q)</code>. Sie wird folgendermaßen hergeleitet: | |||
<pre> | |||
x² + px + q = 0 |-q | |||
x² + px = -q |+(p/2)² (1) | |||
x² + px + (p/2)² = (p/2)² - q |T | |||
(x + p/2)² = (p/2)² - q |√ | |||
x + p/2 = ± sqrt((p/2)² - q) |-p/2 | |||
x = -p/2 ± sqrt((p/2)² - q) | |||
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Das Verfahren des Erzeugen von einer ausmultiplizierten binomischen Formel (in (1)) nennt man '''quadratische Ergänzung'''. | |||
Diese allgemeine Formel kann man sich gut durch [https://www.youtube.com/watch?v=tRblwTsX6hQ diesen Link] merken. | |||
==== abc-Formel ==== | |||
Für diese unbeliebtere Lösungsformel benutze ich eine noch allgemeinere Form <code>ax² + bx + c</code>. Diese Formel kann man gleich herleiten wie die pq-Formel, nämlich durch Division durch a. | |||
=== Diskriminante === | |||
Die Diskriminante ist der Term, der über die Anzahl der ''(reellen)'' Lösungen entscheidet. Bei der pq- und abc-Formel ist die Diskriminante der Radikand, also der Term unter der Wurzel. Sie wird häufig <code>D</code> geschrieben. Es gilt: | |||
* Ist <code>'''D > 0'''</code>, kann man aus D die Wurzel ziehen und es existieren 2 Lösungen. | |||
* Ist <code>'''D = 0'''</code>, ist die Wurzel aus D gleich 0 und somit existiert nur eine doppelte Lösung. | |||
* Ist <code>'''D < 0'''</code>, kann man ''(im reellen)'' nicht aus D die Wurzel ziehen und die Gleichung hat keine Lösung. | |||
== Quadratische Funktionen == | |||
=== Definition === | |||
Quadratische Funktionen sind Funktionen, die x² enthalten. Die Graphen dieser Funktionen heißen '''Parabeln'''. Parabeln sind Kurven mit einer ''Öffnung'' nach oben/unten. Sie hat einen Tiefpunkt/Hochpunkt, der '''Scheitelpunkt''' genannt wird. | |||
=== Normalparabel === | |||
Die '''Normalparabel''' ist der Graph der Funktion <code>y = x²</code>. Sie hat ihren Scheitelpunkt im Ursprung (also (0|0)). Sie ist nach oben geöffnet und wird von <code>x = 0</code> bis <code>x = ∞</code> steiler ''(da die Ableitungsfunktion von y = x² gleich y = 2x ist, muss man nicht wissen!)'' und von <code>x = -∞</code> bis <code>x = 0</code> immer flacher. Sie hat eine doppelte Nullstelle im Ursprung. | |||
=== Strecken, Stauchen und Spiegeln der Normalparabel === | |||
Man verändert durch das Multiplizieren von x² mit a die Steigung der Parabel: | |||
* Mit '''<code>|a| > 1</code>''' wird die Parabel '''gestreckt''', das heißt sie ist steiler als die Normalparabel. | |||
* Mit '''<code>0 < |a| < 1</code>''' wird die Parabel '''gestaucht''', das heißt sie ist flacher als die Normalparabel. | |||
* Wenn a positiv ist, ist die Parabel nach oben geöffnet. Wenn a negativ ist, ist die Parabel nach unten geöffnet, also an der x-Achse '''gespiegelt'''. | |||
Dabei ist a der '''Streckfaktor''' der Parabel. | |||
=== Verschieben der Normalparabel und Scheitelpunktform === | |||
Man verschiebt die Normalparabel in y-Richtung, indem man zu x² einen Parameter e addiert. In dieser Parabel ist der Scheitelpunkt bei (0|e). Die Normalparabel wird in x-Richtung verschoben, indem man x² zu (x - d)² ändert. Hierbei befindet sich der Scheitelpunkt bei (d|0).<br> | |||
Daraus folgt die '''Scheitelpunktform''', die folgendermaßen lautet: <code>y = a(x - d)² + e</code>. a stellt den Streckfaktor dar und der Scheitelpunkt liegt bei (d|e), deshalb heißt sie auch Scheitelpunktform, weil man aus ihr den Scheitelpunkt direkt ablesen kann. | |||
=== Normalform/Allgemeine Form === | |||
Die Normalform lautet <code>y = ax² + bx + c</code>. Sie ist eine andere Schreibweise zum Darstellen von quadratischen Funktionen. Aus ihr kann man den Streckfaktor a und den '''y-Achsenabschnitt''' c ablesen. | |||
==== Umwandeln von der Scheitelpunktform in die allgemeine Form ==== | |||
Aktuelle Version vom 11. März 2026, 14:38 Uhr
Quadratische Gleichungen
[Bearbeiten]Definition
[Bearbeiten]Quadratische Gleichungen sind Polynome 2. Grades, d. h. sie beinhalten ein x² (und keine höhere Potenz von x) im Polynom. Die allgemeine Form einer quadratischen Gleichung lautet: ax² + bx + c = 0 mit a, b, c ∈ R. Es können zwei, eine doppelte oder keine reelle Lösung geben.
Einfache quadratische Gleichungen
[Bearbeiten]x² + c = 0
[Bearbeiten]Eine solche einfachste Form löst man durch Isolieren von x² und anschließendes Wurzelziehen, siehe hier, also:
x² + c = 0 | -c
x² = -c | √
x = ±√-c
Lösungen dieser Gleichung können so aussehen:
- Ist
c < 0, so ist es möglich, die Wurzel aus -c zu ziehen, also gibt es zwei Lösungen, nämlich x1 = √-c und x2 = -√-c. - Ist
c = 0, so ist die Wurzel aus -c gleich 0 und es entsteht die doppelte Lösung x = 0. - Ist
c > 0, so ist es im Reellen nicht möglich, die Wurzel aus -c zu ziehen, also gibt es keine reelle Lösung (aber zwei komplexe, muss man nicht kennen).
(x - d)² = -e
[Bearbeiten]Diese Gleichung lässt sich durch Wurzelziehen (wodurch vor der Wurzel ein Plus-Minus-Zeichen kommt) und Addieren von d lösen. Es entscheidet wieder der Parameter e über die Lösungsart.
(x - a)(x - b) = 0 (Satz vom Nullprodukt)
[Bearbeiten]Der Satz vom Nullprodukt besagt, dass ein Produkt von beliebig vielen Faktoren nur 0 sein kann, wenn mindestens einer der Faktoren 0 ist. Für diese quadratische Gleichung muss man also zwei Fälle unterscheiden:
1. Fall: x - a = 0 | +a
x = a
2. Fall: x - b = 0 | +b
x = b
Somit sind die beiden Lösungen dieser Gleichung x1 = a und x2 = b.
Übrigens: Der Satz vom Nullprodukt ist anwendbar für alle Funktionen der Form (x - a1)(x - a2)(x - a3) ⋅ ... ⋅ (x - an) = 0
Allgemeine Lösungsformeln für quadratische Funktionen
[Bearbeiten]pq-Formel
[Bearbeiten]Für dieśe Lösungsformel benutze ich die allgemeine quadratische Gleichung x² + px + q = 0
Diese lautet: x1;2 = -p/2 ± sqrt((p/2)² - q). Sie wird folgendermaßen hergeleitet:
x² + px + q = 0 |-q
x² + px = -q |+(p/2)² (1)
x² + px + (p/2)² = (p/2)² - q |T
(x + p/2)² = (p/2)² - q |√
x + p/2 = ± sqrt((p/2)² - q) |-p/2
x = -p/2 ± sqrt((p/2)² - q)
Das Verfahren des Erzeugen von einer ausmultiplizierten binomischen Formel (in (1)) nennt man quadratische Ergänzung. Diese allgemeine Formel kann man sich gut durch diesen Link merken.
abc-Formel
[Bearbeiten]Für diese unbeliebtere Lösungsformel benutze ich eine noch allgemeinere Form ax² + bx + c. Diese Formel kann man gleich herleiten wie die pq-Formel, nämlich durch Division durch a.
Diskriminante
[Bearbeiten]Die Diskriminante ist der Term, der über die Anzahl der (reellen) Lösungen entscheidet. Bei der pq- und abc-Formel ist die Diskriminante der Radikand, also der Term unter der Wurzel. Sie wird häufig D geschrieben. Es gilt:
- Ist
D > 0, kann man aus D die Wurzel ziehen und es existieren 2 Lösungen. - Ist
D = 0, ist die Wurzel aus D gleich 0 und somit existiert nur eine doppelte Lösung. - Ist
D < 0, kann man (im reellen) nicht aus D die Wurzel ziehen und die Gleichung hat keine Lösung.
Quadratische Funktionen
[Bearbeiten]Definition
[Bearbeiten]Quadratische Funktionen sind Funktionen, die x² enthalten. Die Graphen dieser Funktionen heißen Parabeln. Parabeln sind Kurven mit einer Öffnung nach oben/unten. Sie hat einen Tiefpunkt/Hochpunkt, der Scheitelpunkt genannt wird.
Normalparabel
[Bearbeiten]Die Normalparabel ist der Graph der Funktion y = x². Sie hat ihren Scheitelpunkt im Ursprung (also (0|0)). Sie ist nach oben geöffnet und wird von x = 0 bis x = ∞ steiler (da die Ableitungsfunktion von y = x² gleich y = 2x ist, muss man nicht wissen!) und von x = -∞ bis x = 0 immer flacher. Sie hat eine doppelte Nullstelle im Ursprung.
Strecken, Stauchen und Spiegeln der Normalparabel
[Bearbeiten]Man verändert durch das Multiplizieren von x² mit a die Steigung der Parabel:
- Mit
|a| > 1wird die Parabel gestreckt, das heißt sie ist steiler als die Normalparabel. - Mit
0 < |a| < 1wird die Parabel gestaucht, das heißt sie ist flacher als die Normalparabel. - Wenn a positiv ist, ist die Parabel nach oben geöffnet. Wenn a negativ ist, ist die Parabel nach unten geöffnet, also an der x-Achse gespiegelt.
Dabei ist a der Streckfaktor der Parabel.
Verschieben der Normalparabel und Scheitelpunktform
[Bearbeiten]Man verschiebt die Normalparabel in y-Richtung, indem man zu x² einen Parameter e addiert. In dieser Parabel ist der Scheitelpunkt bei (0|e). Die Normalparabel wird in x-Richtung verschoben, indem man x² zu (x - d)² ändert. Hierbei befindet sich der Scheitelpunkt bei (d|0).
Daraus folgt die Scheitelpunktform, die folgendermaßen lautet: y = a(x - d)² + e. a stellt den Streckfaktor dar und der Scheitelpunkt liegt bei (d|e), deshalb heißt sie auch Scheitelpunktform, weil man aus ihr den Scheitelpunkt direkt ablesen kann.
Normalform/Allgemeine Form
[Bearbeiten]Die Normalform lautet y = ax² + bx + c. Sie ist eine andere Schreibweise zum Darstellen von quadratischen Funktionen. Aus ihr kann man den Streckfaktor a und den y-Achsenabschnitt c ablesen.